Die Bundeswehr in Pfullendorf - von gestern bis heute

Die seit Juli 1957 erbaute "Neue Kaserne" in Pfullendorf wurde am 22. Juni 1959 vom neu aufgestellten Feldartilleriebataillon 101 bezogen. Am 1. Oktober 1960 etablierte sich das Raketenartilleriebataillon 102 als zweiter Verband in Pfullendorf. Ihm folgte im Dezember desselben Jahres der Stab des Artillerieregiments 19, dem beide Verbände unterstellt waren. Die "Neue Kaserne" wurde im Oktober 1964 in Generaloberst-von-Fritsch-Kaserne umbenannt. Eine erneute Namensänderung erfolgte im Dezember 2013, die Kaserne trägt heute den Namen Staufer-Kaserne.

Im April 1970 wurde zusätzlich zum bereits vorhandenen Feldartilleriebataillon 101 und Raketenartilleriebataillon 102 die Beobachtungsbatterie 10 in der Liegenschaft auf- und in Dienst gestellt. Diese Beobachtungsbatterie 10 wurde im April 1980 in das Beobachtungsbataillon 103 umgegliedert, womit erstmalig in der Geschichte der Bundeswehr ein voll einsatzfähiges Artillerieregiment an einem Standort stationiert war.

Im Jahr 1990 wurde im Rahmen der Umstrukturierung nach der Wiedervereinigung das Artillerieregiment 10 in das Jägerregiment 10 umgegeliedert, welches dann am 25.09.1991 in Dienst gestellt werden konnte. Bereits 6 Jahre später, nämlich am 30.09.1997 wurde dieses Jägerregiment wieder aufgelöst, wobei im gleichen Zeitfenster die Verlegung der Internationalen Fernspähschule aus Weingarten erfolgte.

Einen großen Einschnitt für die Garnisonsstadt Pfullendorf gab es, als im Zuge der Umstrukturierung der Bundeswehr zunächst 1991 das Artillerieregiment 10 umgegliedert und dieses sodann 1997 nach nur sechsjährigem Bestehen wieder aufgelöst wurde. Für den Verbleibt der Bundeswehr in Pfullendorf sammelte eine Initiative „Pro Standort Pfullendorf“ in kurzer Zeit rund 4.600 Unterschriften. Aufatmen gab es, als die Verlegung der Internationalen Fernspähschule von Weingarten nach Pfullendorf bekanntgegeben wurde und sodann bis Juli 1997 Fernspäher aus neun Nationen nach Pfullendorf kamen.

Die Staufer-Kaserne beheimatet zurzeit folgende Einrichtungen und Einheiten der Bundeswehr:

  • Das Ausbildungszentrum Spezielle Operationen, mit folgendem unterstellten Ausbildungeinrichtungen:
  1. Die I. Inspektion hat den Auftrag, Spezialkräfte der neun am Ausbildungszentrum Spezielle Operationen vertretenen Nationen auf verschiedenen Lehrgängen für spezielle Operationen auszubilden. Die neun Nationen sind Belgien, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Italien, Niederlande, Norwegen, Türkei und die USA. Die offizielle Bezeichnung der Inspektion lautet International Special Training Center (ISTC).
  2. Die II. Inspektion des AusbZSpezlOp bildet, in verschiedenen Verwendungs – und Sonderlehrgängen Spezial – und Spezialisierte Kräfte in den Bereichen Planung und Führung, Survival, Evasion, Resistance, Extraction (SERE) und Combat First Responder (CFR) Spezial – und Spezialisierte Kräfte aus.
  3. Die III. Inspektion des AusbZSpezlOp führt die lehrgangsgebundene Ausbildung für die Spezialisierten Kräfte des Heeres mit erweiterter Grundbefähigung durch, um die Fähigkeitslücke zwischen Spezialisierten Kräften und Spezialkräften zu schließen.
  4. Die Spezial Ausbildungskompanie 209 hat den Auftrag den gesamten Fallschirmjägerfeldwebelnachwuchs zentralisiert nach einheitlichem Standard auszubilden, sowie den Kommandofeldwebelnachwuchs, welcher sich aus dem zivilen Bereich bewirbt auszubilden. Gleichzeitig ist die SpezAusbKp 209 die Personal stärkste Einheit am Ausbildungszentrum Spezielle Operationen.
  5. Der im AusbZSpezlOp integrierte Ausbildungsstützpunkt Gefechtsübungssimulationssystem für simulationsunterstützte Rahmenübungen-Bataillon Pfullendorf unterstützt die Ausbildung und Weiterbildung von Bataillonskommandeuren des Heeres und der SKB, ihrer Stäbe sowie der KpChefs, des Weiteren von spezialisierten Elementen der zivil-militärischen Zusammenarbeit in Computersimulations-unterstützten Rahmenübungen.
  6. Die Fernspählehrkompanie 200, diese Kompanie untersteht strukturell nicht dem Ausbildungszentrum Spezielle Operationen, sondern gehört zur Division Schnelle Kräfte.
  7. Der Bereich Unterstützung, dieser Bereich untersteht ebenfalls dem Kommandeur des Ausbildungszentrums Spezielle Operationen und ist für die personelle und materielle Unterstützung der I., II., III. Inspektion und der SpezAusKp 209 zuständig, damit die durchzuführenden Lehrgänge sichergestellt werden können.
  8. Abschließend verfügt der Standort noch über eine Sanitätsdienstliche Einrichtung, welche zum Standort Sigmaringen gehört, sowie über das zivile Standortserviceteam Pfullendorf, welches zum Bundeswehrdienstleistungszentrum Immendingen gehört. Die II., III. Inspektion und die Spezial Ausbildungskompanie 209 sind unter dem Begriff Lehrgruppe zusammengefasst, welcher der Kommandeur Lehrgruppe, Herrn Oberstleutnant Lauer vorsteht; dieser ist gleichzeitig der Vertreter des Kommandeur AusbZSpezlOp. Diese Lehrgruppe untersteht dem Kommandeur des Ausbildungszentrums Spezielle Operationen, Herrn Oberst Schmidt. In seiner Gesamtheit untersteht das Ausbildungszentrum dem Ausbildungskommando Heer in Leipzig.

Offizielle Internetseite der Bundeswehr: www.bundeswehr.de