Schwimmbäder laden mit coronabedingten Auflagen wieder zum Badevergnügen ein

Das Waldfreibad und das Strandbad im Seepark ist wieder für die Besucher geöffnet. War es in den ersten Tagen witterungsbedingt eher ein "Probelauf" für den Bäderbetrieb unter Corona Bedingugen, so ist es jetzt bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen unerlässlich, dass die Badegäste die Auflagen kennen und beachten. In einem Pressegespräch wurden die Regeln und Einschränkungen vorgestellt.

Das Waldfreibad und das Strandbad im Seepark bieten den Gästen nach einer coronabedingt späteren Öffnung nun wieder Bade- und Freizeitvergnügen. Eine Saison, wie man es in der Vergangenheit gewohnt war, gibt es in diesem Jahr allerdings nicht. Die Besucher der beiden Bäder müssen einige Einschränkungen in Kauf nehmen. „Eine Badesaison unter besonderen Bedingungen mit einem abgespeckten Badevergnügen“, erklärte Jörg-Arne Bias, der als Geschäftsführer der Stadtwerke auch für die Bäder zuständig ist, im Pressegespräch.

Er und sein Team haben sich eine Menge einfallen lassen, um die geforderten Auflagen in Corona Zeiten zu erfüllen und den Badebetrieb überhaupt zu ermöglichen. So wurde beispielsweise zusätzliches Personal eingestellt, das die regelmäßige Desinfektion vornimmt und die Einhaltung der Vorschriften überwacht. Außerdem wurde auf der Homepage der Stadt eine Seite eingerichtet, auf der Besucher im Vorfeld ihre Eintrittskarte buchen müssen. „Wir rechnen mit 60 000 bis 80 000 Euro Mehrkosten in diesem Jahr“, sagte Bias. Geld, das die Gemeinderäte gern für das Badevergnügen der Bürger bewilligt haben. Es sei Bürgermeister Thomas Kugler und den Räten ein großes Anliegen gewesen, den Badebetrieb zu ermöglichen, sagte Bias.

Die größte Umstellung für die Badegäste ist die zweigeteilte Badezeit von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr, die notwendig ist, um die Bäder in der Pause grundlegend zu reinigen und zu desinfizieren. Eine zweite gründliche Reinigung und Desinfektion findet abends nach der Schließung statt und für Armaturen, die häufig von den Gästen berührt werden, ist ganztätig eine Reinigungskraft mit Tuch und Desinfektionsmittel unterwegs.

Ebenfalls völlig anders als gewohnt läuft der Eintritt ab: Wer ins Waldfreibad oder ins Strandbad am Seepark will, muss vorab auf der Homepage der Stadt im Bereich Stadtwerke für das Waldfreibad oder im Bereich Seepark für das Strandbad einen Reservierungsantrag ausfüllen. Fragen nach der Anschrift oder dem Zeitraum, in dem man sich im Bad aufhalten möchte, müssen beantwortet werden und es müssen alle Personen, auch Kinder aller Altersgruppen, eingetragen werden, mit denen man das Freibad besuchen will. Daraufhin erhält man ein Bestätigungsschreiben per Mail, das ausgedruckt am Eingang des jeweiligen Bads abgegeben werden muss. Ein Barcode, der ab nächster Woche im Bestätigungsschreiben abgedruckt ist, kann ersatzweise via Handy vorgelegt werden. Wer das Bestätigungsschreiben nicht vorlegen kann, erhält keinen Eintritt. Es ist also, auch bei schwachem Badbesuch, nicht möglich, kurzentschlossen zur Kasse zu gehen und das Bad zu betreten. „Das ist notwendig, damit wir die Zahl der Besucher im Bad kontrollieren können und damit es dem Gesundheitsamt im Fall einer Infektion möglich ist, die Kontakte nachzuvollziehen. „Wir müssen nachweisen, wer wann im Bad war“, sagte Bias. Bis zu zehn Tage im voraus können Reservierungsanträge gestellt werden. Möglich sind auch Reservierungen für beide Badezeiten des Tages. Über die Desinfektionspause am Mittag müssen allerdings alle Besucher das Bad verlassen.

„Wir dürfen nur eine bestimmte Anzahl von Badegästen gleichzeitig im Bad haben“, machte Bias deutlich. 600 Personen dürften pro Badezeit im Waldfreibad sein, 400 im Strandbad. Maßgebend für diese Zahlen seien die Wasserfläche und die Liegefläche. Bias setzt auf die Vernunft, das Verantwortungsbewusstsein und die Rücksichtnahme der Besucher und erwartet, dass keiner reserviert, wenn er nicht tatsächlich das Bad besuchen will. „Wenn wir merken, dass mit den Anmeldungen Schindluder getrieben wird, werden wir eingreifen“, sagte Bias. Gerade für Schönwetterzeiten, in denen eine große Nachfrage besteht und Menschen womöglich keinen Einlass erhalten, hat er deshalb Maßnahmen festgelegt: Wer wiederholt reserviert und nicht kommt, wird mit einer vorübergehenden Sperre oder sogar einem Ausschluss für die restliche Saison bestraft.

Auch hinsichtlich der Hygiene- und Abstandsvorschriften, die überall in den Bädern gut sichtbar aushängen, hofft Bias auf den Verstand der Besucher. Wenn sie nicht eingehalten werden, müssen die Einschränkungen erweitert werden, sagt er. Auch hier gilt: Wer sich nicht an die Regeln hält, wird nach einer Mahnung des Bads verwiesen. Dies gilt nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Jugendliche, und für Eltern, die dafür verantwortlich sind, dass ihre Sprösslinge den vorgeschriebenen Abstand zu anderen Kindern einhalten. Weil es Kinder nicht so ohne weiteres schaffen, den Abstand ohne Anweisung einzuhalten, wurde festgelegt, dass Kinder unter zehn Jahren in diesem Jahr nur Eintritt erhalten, wenn sie von einen Erwachsenen begleitet werden. „Ich empfehle allen Besuchern, die Aushänge gut zu lesen und sich die Regeln einzuprägen“, sagte Bias.

Wer ein Ticket ergattert hat, muss in den Bädern ein paar Einschränkungen hinnehmen. So gibt es im Strandbad, das in diesem Jahr eingezäunt ist, keine Liegen. Im Waldfreibad sind der Sprungturm und die Kletterwand gesperrt. Für die vier verbreiterten Bahnen im Schwimmbecken gilt geordnetes Schwimmen mit Abstand. Für alle Becken ist eine Höchstzahl der gleichzeitig Badenden ausgewiesen. 80 sind es beispielsweise im Schwimmerbecken.

Außerdem gibt wes keine warmen Duschen, sondern nur die Duschen an den Becken, und auch die Sammelumkleiden sind geschlossen. Die sonst üblichen reduzierten Öffnungszeiten bei schlechtem Wetter fallen in diesem Jahr flach. Der Spielplatz und das Planschbecken sind geöffnet, es muss aber die maximal zulässige Kinderzahl beachtet werden. Das Beachvolleyballfeld und die Tischtennisplatten dürfen genutzt werden und mit einem Betreiber für die Gastronomie, die ebenfalls öffnen darf, ist Bias derzeit in erfolgversprechenden Gesprächen.

Das Wasser, so ergänzten Markus Eggerl, Badbetriebsleiter im Waldfreibad, und Bademeister Walter Sonntag vom Strandbad im Seepark, stellt übrigens kein Risiko für eine Corona Infektion dar. Im Seepark garantiert die große Wasserfläche eine sichere Verteilung eventuell vorhandener Viren und im Waldfreibad sorgen Chlor und das ständige Umwälzen des Wassers für Virusfreiheit. Nichts desto trotz muss der vorgeschriebene Abstand zwischen den Badenden auch im Wasser eingehalten werden.

Die Eintrittspreise sind übrigens trotz der deutlich höheren Kosten nicht geändert worden und es gibt auch weiterhin die gewohnten Karten für einzelnen oder mehrfachen Eintritt und die Dauerkarte.

Das Waldfreibad und das Strandbad im Seepark sind täglich von 9 bis 13 Uhr sowie von 14 bis 18 geöffnet. Außerhalb dieser Öffnungszeiten dürfen keinerlei Besucher in den Bädern sein. Die Ticketreservierung erfolgt über die Homepage der Stadt: www.pfullendorf.de. Die Formulare sind unter Stadtwerke oder Seepark zu finden. Wer keinen Internetzugang hat und im Verwandten-, Nachbar- oder Freundeskreis keinen Helfer findet, kann sich das Ticket bei der Ortsgruppe Pfullendorf im Sozialverband VdK im Haus am Hechtbrunnen ausfüllen und ausdrucken lassen. Die Öffnungszeiten beim VdK sind dienstags von 9.30 bis 12.30 Uhr, donnerstags von 9 bis 12.20 Uhr, freitags von 14 bis 17 Uhr und samstags von 9.30 bis 12.30 Uhr.

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