Büchereiarbeit im Lockdown

Seit Wochen muss die Stadtbücherei Pfullendorf Coronabedingt für die Nutzer geschlossen bleiben und Medien können nur nach dem Prinzip „Click & Collect“ kontaktlos abgeholt werden.

Hinter den Kulissen geht die Arbeit in der Steinscheuer dennoch weiter. So sind die Mitarbeiterinnen täglich vor Ort, um die Bestellwünsche telefonisch oder per Mail entgegenzunehmen. Das vierköpfige Büchereiteam ist dabei mit viel Freude an dieser Arbeit für die Leserschaft und erfährt viele freundliche Reaktionen auf diesen Service, der relativ zeitaufwendig ist. „Unsere Leser freuen sich, wenn Sie uns Ihre Wünsche durchgeben können, wir prüfen dann für jeden Titel Standort und Verfügbarkeit im Katalog, verbuchen alles und stellen es zu einem vereinbarten Termin in den Windfang“, erklärt Büchereileiterin Martina Feldt. Auch die Beratung zum Handling mit den digitalen Medien läuft nun telefonisch und sehr individuell ab und im Notfall werden auch schon mal die Geräte zum Neubespielen hinterlassen.

Daneben ist das Bestellen und Einarbeiten neuer Medien eine alltägliche Arbeit für das Team. Anhand eines bibliothekseigenen Informationsdienstes werden wöchentlich Hunderte von Neuerscheinungen auf die Bibliothekstauglichkeit geprüft und ausgewertet. Ausgewählt wird das, was zur Stadtbücherei Pfullendorf passt, was also in eine familienfreundliche „Stadtbibliothek der Grundversorgung“ gehört, wie die Pfullendorfer Bücherei definiert ist. Rund 2.000 neue Titel werden auf diese Art jährlich neu angeschafft, während etwa die gleiche Menge „makuliert“, also aussortiert, wird. „Die intensive Bestandspflege gibt der Bibliothek Profil und Qualität“, ist Büchereileiterin Feldt sicher, dass sich der Aufwand lohnt. Durch relativ kurze Arbeitsabläufe und verschiedene Standing Order-Abos für spezielle Medienarten sind die aktuellen Neuerscheinungen extrem schnell in den Büchereiregalen. So treffen die Spiegel-Bestseller zum Beispiel zeitgleich mit ihrem Erscheinen im Handel bereits in der Bücherei ein, ein schneller Service, den die Leserinnen und Leser überaus schätzen. Aber auch auf spezielle Wünsche und Anregungen kann das Büchereiteam reagieren, was sich in einer hohen Zufriedenheit der Leserschaft niederschlägt.

Ein wichtiges Standbein für die Bibliotheksarbeit sind die Veranstaltungen und Aktionen in der Steinscheuer, die seit Monaten auf Null gesetzt sind. Die letzte Veranstaltung war der Vorlesewettbewerb im vergangenen Februar, seitdem durften keine Klassenführungen, Bastelnachmittage oder Autorenlesungen mehr stattfinden, was auch die Mitarbeiterinnen schmerzlich vermissen. „Eine öffentliche Bibliothek ohne Publikum und Leben ist trostlos und absurd“, hofft Martina Feldt gemeinsam mit ihren Kolleginnen, dass Begegnungen und Normalität auch bald in der Stadtbücherei wieder einkehren dürfen.

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