Kreis befragt Bürger zu geplanten Biomüllsystem

Lieber eine Biotonne oder ein Bringsystem, sprich eine Anlieferung des Biomülls auf den Re-cyclinghöfen oder Containerstellplätzen?

Was die Bürger präferieren, möchte die Kreisabfallwirtschaft nun über eine Bürgerbefragung im gesamten Landkreis herausfinden. Alle 55.000 Haushalte im Kreis werden bis Ende der Woche angeschrieben. Der Flyer im Briefkasten informiert über die Vor- und Nachteile verschiedener Hol- und Bringsysteme für Biomüll. Auf Grundlage dieser Informationen sollen die Bürger dann ihr Statement zur geplanten getrennten Erfassung von Biomüll im Kreis abgeben.

Hintergrund: Der Kreistag hatte im Dezember 2019 beschlossen, fünf Varianten von Hol- oder Bringsystemen näher zu untersuchen. Vor einer endgültigen Entscheidung am Ende des Jahres möchten die Kreisräte gerne detaillierter wissen, was den Bürgern bei der Biomüllerfassung wichtig ist. „Die Abfallentsorgung geht jeden bei uns im Kreis an. Jeder hat Biomüll zu entsorgen, dabei aber ganz unterschiedliche Vorstellungen zu Service, Preis und Qualität“, so Landrätin Stefanie Bürkle. Ursprünglich plante die Kreisverwaltung, acht Infoveranstaltungen im ganzen Kreis anzubieten, um die Bürger zu informieren und die Möglichkeit zum Austausch mit den Kreisräten zu bieten. „Corona hat uns hier einen Strich durch die Rechnung gemacht – Informationsveranstaltungen in der ursprünglich geplanten Form sind derzeit nicht möglich.“

Daher möchte das Landratsamt nun via Umfrage von den Bürgern erfahren, was ihre Wünsche und Erwartungen sind. Die Umfrage kann anonym und kostenlos per Post zurückgeschickt werden. Wer sich lieber online beteiligt, kann dies unter www.bioabfall-sigmaringen.de tun. Neben dem Flyer sind hier auch weitere Informationen zu finden.

Holger Kumpf, der Leiter der Kreisabfallwirtschaft, fasst Vor- und Nachteile der Systeme kurz und knapp zusammen: „Ein Bringsystem ist sicher die günstigste Variante und bringt den reinsten Bioabfall. Für die Bürger heißt das dann aber, dass sie den Biomüll selbst auf den Recyclinghof oder zu Containerstandorten bringen müssen. Dieser zusätzliche Verkehr und die niedrigeren Mengen, die abgeliefert werden, können dazu führen, dass unter dem Strich mehr CO2 ausgestoßen wird als bislang.“ Die Alternative wäre ein Holsystem. Kumpf: „Neben einer guten CO2-Bilanz bietet die Biotonne auch einen guten Service. Klar ist aber: Service und Klimaschutz haben ihren Preis. Zudem muss man natürlich auch den Platz für eine Tonne am Haus haben.“

Die meisten Kreise in Deutschland und alle in Baden-Württemberg setzen auf eine Biotonne. „Dennoch wollen wir nicht einfach schauen, was die anderen machen, sondern die beste Lösung für unseren Kreis finden und mit denen in einen Austausch treten, die ihn am besten kennen: Den Bürgerinnen und Bürger und den von Ihnen gewählten Kreisräten, damit diese eine gute Entscheidungsgrundlage haben,“ so Bürkle.

Bis 10. Juni kann sich jeder Haushalt beteiligen. Die Ergebnisse der Umfrage werden dann in der öffentlichen Kreistagssitzung am 27. Juli vorgestellt. Bis dahin unterstützt ein professionelles Meinungsforschungsinstitut die Kreisverwaltung bei der Auswertung. Bis Ende des Jahres soll sich der Kreistag dann für eine Variante entscheiden. Im ersten Halbjahr 2021 werden die Details des Systems beschlossen, im zweiten Halbjahr wird nach einer Firma gesucht, die die Abfuhr durchführen kann und bis Sommer 2022 sollen die Leistungen dann vergeben werden. Im Sommer 2023 wird die getrennte Biomüllsammlung dann starten.

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