NACHT DER MUSIK mit Friedemann Wuttke

Programm: Fernando Sor (1778-1839) 5 Menuette Johann Sebastian Bach (1685-1750) Präludium d-Moll Heitor Villa-Lobos (1887-1959) Etudes & Préludes pour guitare Etude No. 1 Prelude No. 1 Etude No. 7 Prelude No. 3 Etude No. 11 Prelude No. 5 Etude No. 12 Johann Sebastian Bach (1685-1750) Sarabande a-Moll Sarabande h-Moll Astor Piazzolla (1921-1992) Milonga & Tango Milonga del Angel La Muerte del Angel Interview Alban Beikircher - Friedemann Wuttke: A.B: Piazzolla und Villa-Lobos teilen eine große Affinität zu den Werken von J.S. Bach. Finden sich deiner Meinung nach in den Kompositionen der beiden Reflexionen über Bachs Musik? Friedemann Wuttke: Die Musik von Johann Sebastian Bach ist für Villa-Lobos von Anfang an „Die Quelle aller Musikschöpfung“, wie er wiederholt betonte. Bereits als Kind hört Villa-Lobos seine Tante regelmäßig die Präludien und Fugen aus Bachs Wohltemperierten Klavier spielen. Die Faszination für die Musik des Thomaskantors ließ ihn zeitlebens nicht mehr los. In seinem Zyklus der neun Bachianas Brasileiras-Suiten setzt er zu einem breit angelegten Brückenschlag zwischen Bachscher Kontrapunktik und den Volksliedern und Tänzen Brasiliens an. Doch auch in seinen Gitarrewerken macht sich der Einfluss Bachs bemerkbar, so in den beiden ersten, vom Wohltemperierten Klavier angeregten Etuden sowie in dem J.S. Bach gewidmeten Präludium Nr. 3. Hier bewegt sich eine an eine barocke Fantasie erinnernde Melodie bis zu einer Fermate empor, bevor sie in einer für die Barockmusik typischen Sequenz wieder abwärts perlt. Astor Piazzolla inspirierte sich nicht nur am Jazz, den er während seiner Kindheit in New York kennenlernte, sondern auch an bedeutenden Komponisten des 20. Jahrhunderts wie Bartok oder Strawinsky. Aber auch die Musik von Johann Sebastian Bach machte einen tiefen Eindruck auf ihn, als er ihr durch einen Zufall begegnet: Einer seiner New Yorker Nachbarn übt stundenlang am Klavier, mit Vorliebe Bach. Er stellt sich als der ungarische Pianist Béla Wilda heraus, ein Schüler Sergei Rachmaninows. Er nimmt den kleinen Astor unter seine Fittiche und hilft ihm dabei, die Werke Bachs auf das Bandoneon zu übertragen. „Ich verliebte mich in Bach, ich war wie hypnotisiert“, sagte Piazzolla später. Der Bachsche Einfluss tauchte in seinen Kompositionen immer wieder auf, etwa in Fuga del Ángel und in Fuga y Misterio aus seiner Tango-Oper Maria de Buenos Aires. Aber auch in Erfolgsstücken wie Libertango oder Verano Porteño verarbeitet Piazzolla Bachsche Motive zu der für den Tango Nuevo typischen vorwärtstreibenden Motorik.

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  • 02.10.21
  • 18:00 Uhr
  • Altes Kloster Hauptstraße 102/1, 88348 Bad Saulgau
  • 18,00 €

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