Die Wimmelbilder von Ali Mitgutsch kommen in die Städt. Galerie „Alter Löwen“ nach Pfullendorf – und zwar so viele wie noch niemals zuvor in einer Ausstellung zu sehen waren

Wer kennt sie nicht - die liebevollen „wuseligen“ Zeichnung von Ali Mitgutsch, welche schon seit Generationen die Kinder und auch die Erwachsenen erfreuen?

Ganze Geschichten erzählen die Bilder – ohne auch nur ein geschriebenes Wort. Stundenlang können die Kinder und auch die Erwachsenen in der Welt der frechen wildpinkelnden Jungs, des auf dem Sessellift knutschenden Paares, der auf dem Rasen liegenden und träumenden Kinder und so weiter und so weiter … “versinken“. Und erst die Seiten mit den Detailzeichnungen und den in liebevoller Handschrift angefügten Bezeichnungen „scharfe Zähne“, „Bubi aus der Stadt, „Angeber“, „Kirchenmaus“, „frecher Hund“, „schneller Ulli“ – hier könnte man glatt ins Schwärmen kommen! Welche Eltern haben ihrem kranken Kind nicht schon im Wartezimmer des Kinderarztes die Zeit mit dem Betrachten eines Wimmelbuchs verkürzt?

Mittlerweile gibt es schon zahlreiche „Nachahmer“, aber keiner kann es so liebevoll, detailverliebt und einfühlsam wie Ali Mitgutsch. Und die Originalvorlagen sind noch um ein Vielfaches bunter und faszinierender als die gedruckten Bücher, wenn das überhaupt noch möglich ist.

Hermine Reiter, der Leiterin der Städt. Galerie „Alter Löwen“ in Pfullendorf ist es gelungen so viele Wimmelbilder, wie noch niemals in einer Ausstellung zu sehen waren, nach Pfullendorf zu holen. Sie holte die Kunstwerke selbst bei Ali Mitgutsch in München in der Maxvorstadt ab.

Jedoch gibt es in Pfullendorf in der großen Retrospektive über sein Lebenswerk noch viel mehr zu sehen. Auf drei Etagen in dem großen historischen Gebäude werden auch seine wenig bekannten Aquarelle aus den frühen 60er Jahren gezeigt. Unbekannt und doch faszinierend sind sie. Wichtig ist es Hermine Reiter zahlreiche Skizzen, Studien und Entwürfe zu den Bildern zu zeigen. Denn so wird die Entstehungsgeschichte eines Wimmelbildes für den Betrachter greifbar – Details sichtbar. Und Details gibt es unzählige in diesen Bildern.

Äußerst interessant sind auch die sogenannten „Drehbilder“. Diese Bilder kann man von allen vier Seiten aus betrachten. Was hier noch sehr interessant ist, aber leider kann man das nur während der Führungen zeigen, ist die Rückseite dieser Bilder. Denn hier ist das Motiv nochmals mit schwarzer Tusche aufgezeichnet. Das ist künstlerisch hoch interessant.
Hermine Reiter konnte auch noch einige nicht mehr im Handel erhältliche Bücher und sogar ein Puzzle antiquarisch erwerben um ein wirklich komplettes Gesamtwerk ausstellen zu können.

Ausgelöst durch ein „Sabbatjahr“ 2001wurde der „Ali Mitgutsch für Erwachsene“ geboren. Mit großer Begeisterung stellt er seitdem seine „Traumkästchen“ her. Das sind Kästchen mit in einem Rahmen arrangierten Dingen, die schon ein Leben hinter sich haben, wie z. B. Püppchen, kleine Figuren, Handwerkszeug, das Patina hat, und bereits tausendmal angefasst und abgeschliffen wurde. Kleine ironische Bühnen des Lebens eben. Diese sind auch in großer Anzahl ausgestellt.

Im Erdgeschoss befindet sich noch ein sehr liebevoll eingerichteter Galerieshop in welchem alle lieferbaren Titel von Ali Mitgutsch käuflich zu erwerben sind.
Eine wirklich äußerst sehenswerte Ausstellung.

Zur Eröffnung am Sonntag, 15.10.2017 um 11.15 Uhr kommt Ingmar Gregorzewski ein langjähriger Freund und Wegbegleiter Ali Mitgutschs zu einem Künstlergespräch mit Galerieleiterin Hermine Reiter.

Für Schulen und Kindergärten werden pädagogisch wertvolle Führungen jederzeit auf Anfrage angeboten. Die Kosten betragen 40 Euro. Erwachsenenführungen auf Anfrage.
Dauer der Ausstellung Sonntag, 15. Oktober bis einschl. 17. Dezember 2017. Öffnungszeiten Dienstag bis Samstag 14 – 17 Uhr und Sonn- und Feiertage 10 – 12 und 14 – 17 Uhr. Montag geschlossen. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen während der Öffnungszeiten unter Tel. 07552/935980, unter www.pfullendorf.de und hermine.reiter@stadt-pfullendorf.de