Bürgerstiftung unterstützt Projekte

Alle Jahre wieder dürfen sich soziale oder kulturelle Projekte über eine Zuwendung aus der Bürgerstiftung freuen. Anfang August war es wieder soweit: Das Werkstättle, die Kasimir-Walchner-Schule und die Musikschule erhielten im Rahmen einer Feierstunde einen Scheck. Außerdem wurde erstmals in der Geschichte der Bürgerstiftung eine Einzelperson unterstützt.

Jeweils im Frühjahr und im Herbst schüttet die Bürgerstiftung Geld aus dem Stiftungserlös an ausgewählte Institutionen und Personen aus. Bürgermeister Thomas Kugler erklärte bei der Scheckübergabe, die er gemeinsam mit dem Stiftungsratsvorsitzenden Michael Zoller vornahm, dass es notwendig sei, beispielsweise Projekte des Umweltschutzes, aus dem sozialen Bereich oder aus der Vereinslandschaft finanziell zu unterstützen. Vertreter des Stadtmusikforums, des Werkstättle und der Kasimir-Walchner-Schule durften sich über die „Sommerausschüttung“ freuen. Darüber hinaus betrat die Bürgerstiftung Neuland, indem sie den Schüler Robin Schönegg mit 500 Euro unterstützte. Der 16-Jährige macht derzeit als Hochbegabter Furore im Schülerforschungszentrum (SFZ) in Bad Saulgau. Robin Schönegg werde nach den Sommerferien die elfte Klasse des Spohn-Gymnasiums in Ravensburg besuchen, berichtete sein zwei Jahre älterer Bruder Timo, der stellvertretend den Scheck in Empfang nahm. Robin selbst forsche nämlich bereits an der Universität in Tübingen an einem Antibiotikum auf natürlicher Basis, das eine bessere Verträglichkeit aufweisen soll. Im Frühjahr hatte Robin Schönegg eine Bronzemedaille im Fachbereich Life Sciences bei der International Conference of Young Scientists in Stuttgart gewonnen. „Erforscht wurde die Oberflächenbeschichtung für künstliche Körperteile“, sagte Timo Schönegg.

Einen Scheck über 2000 Euro für das gemeinnützige Beschäftigungsprojekt Werkstättle nahm dessen Vorstandsmitglied Joseline Gräbner-Reutter in Empfang. Wegen der hohen Temperaturen im Gebäude sei eine Außenjalousie gegen die starke Sonneneinstrahlung angeschafft worden, berichtete sie. Für diese Investition in Höhe von insgesamt 9000 Euro werde das Geld der Bürgerstiftung verwendet. „Früher überwog die Handarbeit“, erklärte Gräbner-Reutter. „Seit einigen Jahren werden aber vermehrt Maschinen eingesetzt, die Hitze abstrahlen. Zu den 30 Grad Celsius draußen kommt dann noch die Hitze im Raum.“
4000 Euro gab es von der Bürgerstiftung für die Pfullendorfer Musikschule, das Stadtmusikforum. Den Scheck nahm Silke Brown stellvertretend für Stadtmusikdirektor Thomas Stöhr in Empfang. Es gebe immer mehr Schüler, deren Eltern kein Geld in ein Instrument investieren können oder wollen, zumal man ja am Anfang nicht wisse, ob das Kind Freude an dem Instrumente hat, berichtete Brown. Viele Instrumente würden daher von der Musikschule ausgeliehen. Von der Zuwendung der Bürgerstiftung wird eine Bassflöte angeschafft.

Die Kasimir-Walchner-Schule bekam 500 Euro für ihre Essenspatenschaften, mit denen das warme Mittagessen an der Schule gesponsert wird. Vor allem, wenn Eltern finanziell nicht in der Lage sind, ihren Kindern Geld für das Mittagessen mitzugeben, springen die Essenspatenschaften ein, denn kein Kind soll wegen des Geldes vom gemeinsamen Mittagstisch ausgeschlossen werden. „Bei uns nehmen die meisten Kinder das Angebot des Mittagessens an“, sagte der stellvertretende Schulleiter Karl-Robert Kempf. Er berichtete von etwa 170 Mahlzeiten, die in der Mensa pro Woche ausgegeben werden. Ein ausgewogenes, gesundes warmes Essen, zu dem immer auch ein Dessert gehört.