Bürgerbus verzeichnet Fahrgastrekord

Der Bürgerbus hat im Februar erstmals die 1500-Fahrgäste-Marke geknackt. Exakt 1596 Menschen ließen sich von den ehrenamtlichen Fahrern zu ihrem Ziel bringen, wie bei der Hauptversammlung zu erfahren war.

„Der Bus ist aus Pfullendorf nicht mehr wegzudenken“, zog der Vorsitzende des Bürgerbusvereins, Hartmuth Dinter bei der Hauptversammlung am vergangenen Mittwoch eine durchweg positive Bilanz. Bei der Einrichtung des Bürgerbusses vor acht Jahren habe man sich noch das Ziel gesetzt, irgendwann 1000 Fahrgäste monatlich zu befördern. „Die Akzeptanz ist mehr als erfreulich“, sagte Dinter, der ausdrücklich hervorhob, dass die Busfahrer unter dem Motto „Bürger fahren für Bürger“ allesamt ehrenamtlich und ohne jede Bezahlung tätig sind. „Wir machen eine Arbeit zum Wohle der Allgemeinheit“, sagte Dinter. Gleichzeitig wies er auf die enge Personaldecke mit derzeit 26 Fahrern, von denen drei krankheitsbedingt pausieren müssen, hin. „Wir bewegen uns an der Grenze“, sagte Dinter, der dringend Verstärkung sucht, damit die einzelnen Fahrer weniger oft zum Einsatz kommen und Monika Strobel, die im Vorstand für die Dienstpläne zuständig ist und oft selber einspringt, wenn ein Fahrer ausfällt, auf eine Reserve zurückgreifen kann.

Dass der gut funktionierende Bürgerbus inzwischen Vorbild für andere Gemeinden ist, bestätigte auch Gerhard Hoffmann vom Vorstand. Er und Dinter berichteten von etlichen Interessenten aus der näheren und weiteren Region, die sich über das Pfullendorfer Modell informieren wollten und wollen. Auch für Bürgermeister Thomas Kugler ist der Bürgerbus eine Bereicherung, auf die die Stadt nicht mehr verzichten möchte. „Es würde etwas fehlen, der Bus gehört zum Alltag“, sagte er. „Vor allem die älteren Leute sind dankbar.“ Deshalb sei es für die Verwaltung und den Gemeinderat keine Frage, die notwendigen Gelder zu bewilligen: 90 000 Euro für den neuen barrierefreien Bus, der Anfang des Jahres in Betrieb genommen wurde und wesentlich mehr Komfort für die Fahrgäste und die Fahrer bietet als sein Vorgänger, und 25 000 bis 30 000 Euro pro Jahr für den Unterhalt des Busses. „Der neue Bus ist auch eine Rückgabe an die Fahrer für die tolle Leistung“, sagte Kugler. „Danke an die Fahrer und die Fahrgäste, denn ohne Fahrgäste bräuchten wir keinen Bus.“ Eine zumindest vorläufige Absage erteilte Kugler der Anfrage, ob der Bürgerbus nicht auch eine Route in die Ortsteile anbieten könne. „Es funktioniert wegen der konzessionierten Linie nicht“, sagte er. Es gebe aber auf Kreisebene die erklärte Absicht, das öffentliche Verkehrsnetz flächendeckend zu ergänzen und zu verbessern, beispielsweise mit Anrufsammeltaxis, Rufbussen oder einer Mitfahrzentrale.

Die Neuwahlen ergaben keine Veränderungen. Der gesamte Vorstand stellte sich für weitere drei Jahre zur Verfügung und wurde einstimmig wiedergewählt: Vorsitzender Hartmuth Dinter und seine Stellvertreter Monika Strobel und Gerhard Hoffmann sowie Kassenwart Wolfgang Biggel und Schriftführerin Anthia Schmitt.

Der Bürgerbus verkehrt montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr sowie mittwochs und samstags von 9 bis 13 Uhr. Er fährt alle Wohngebiete der Kernstadt, die Einkaufsmärkte und alle wichtigen Einrichtungen an. Die Fahrt kostet unabhängig vom Ziel einen Euro. Fahrpläne gibt es auf der Homepage des Vereins: www.buergerbus-pfullendorf.de.