Stadt baut Breitbandversorgung aus

Innerhalb von zehn Jahren will die Stadt die Breitbandversorgung in der Kernstadt und in den Ortsteilen noch einmal kräftig ausbauen. Die Glasfaserkabel soll in jedes Haus gelegt werden, sofern es die Eigentümer wünschen.

Einstimmig hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am vergangenen Donnerstag beschlossen, den Breitbandausbau in Kooperation mit der Breitbandgesellschaft im Landkreis Sigmaringen (BLS) voranzutreiben. Konkret geht es um den FTTB-Ausbau, also die Verlegung von Glasfaserkabel in jedes einzelne Gebäude. Andreas Gräfe, Technischer Geschäftsführer der BLS, stellte vor, was seine Gesellschaft in allen 39 an der Gesellschaft beteiligten Kommunen plant und welche Anforderungen und Kosten auf die Stadt Pfullendorf zukommen.

Demnach will die BLS in den nächsten etwa zehn Jahren Glasfaser in all jene 5300 Privathäuser und 731 Gewerbebetriebe in Pfullendorf legen, deren Eigentümer den Anschluss wünschen. Nach der Modellbetrachtung belaufen sich die Kosten für die Gesamtmaßnahme auf rund 4,3 Millionen Euro, die die Stadt Pfullendorf trägt. Jeweils 952 Euro müssen die privaten Gebäudeeigentümer für ihren Anschluss bezahlen, aber erst dann, wenn der Anschluss auch wirklich genutzt werden kann. Übrigens in identischer Betrag in allen 39 Kommunen. Die Kostenbeteiligung für die Gewerbebetriebe legen die jeweiligen Gemeinden selbst fest. Welche Teilorte und Wohngebiete angeschlossen werden, hängt von der Anzahl derer ab, die angeschlossen werden wollen. Gräfe ging bei seinen Berechnungen von 50 Prozent der Privathaushalte und 70 Prozent der Gewerbebetriebe aus.

In welcher Höhe die Stadt Pfullendorf jährlich in den Breitbandausbau investiert, wird alljährlich neu entschieden. Bei einer angenommenen Ausbauzeit von zehn Jahren läge die durchschnittliche jährliche Investitionssumme bei 433 640 Euro. Aber, so Gräfe: „Wenn es bei ihnen 15 Jahre dauert, dann dauert es eben 15 Jahre.“ Die Ausgaben, aber auch die Einnahmen aus dem Leitungsnetz fließen nicht in den „großen Topf“ der BLS, sondern werden genau mit den einzelnen Kommunen abgerechnet. „Wir werden für das Jahr 2019 erstmals Finanzmittel für die Maßnahme vorsehen und dann entscheiden, was gemacht wird“, sagte Bürgermeister Thomas Kugler. In den Neubaugebieten werden die Glasfaseranschlüsse gleich bei der Erschließung mit auf die Grundstücke gelegt. Außerdem wies Kugler darauf hin, dass in den letzten Jahren schon bei jeder Straßen- oder Kanalsanierung Leerrohre mitverlegt worden seien, auf die man jetzt beim Ausbau des Glasfasernetzes zurückgreifen könne.